Studierendeninitiative fordert nach neuen Zahlen eine regional gestaffelte BAföG-Pauschale und mehr Wohnheimplätze
Ein WG-Zimmer in München kostet im Wintersemester 2026/27 im Median 850 Euro, 50 Euro mehr als im Vorsemester. Bundesweit stagnieren die Preise bei rund 510 Euro. Das zeigt eine am 19. September veröffentlichte Auswertung von Inseraten auf WG-Gesucht. de durch das Moses Mendelssohn Institut. Der AK Wohnen der Münchner Studierenden hat deshalb heute Bund, Land und Stadt gefragt, was sie dagegen unternehmen. Antwortfrist ist der 23. Oktober 2026.
München setzt sich damit weiter von anderen Großstädten ab: Berlin und Hamburg liegen bei 650 Euro, Köln bei 640 Euro. Auch am unteren Ende ist der Markt teuer, selbst das günstigste Viertel der Münchner Angebote beginnt erst bei 550 Euro (erstes Quartil). Quelle: https://www.moses-mendelssohn-institut.de/aktuelles/WiSe2026
Damit liegt es über der Pauschale von 380 Euro und auch über den künftigen 440 Euro, die erst zum Sommersemester 2027 kommen sollen. Die BAföG-Wohnkostenpauschale beträgt 380 Euro. Ihre geplante Anhebung auf 440 Euro soll erst zum Sommersemester 2027 kommen, ursprünglich war das Wintersemester 2026/27 vorgesehen.
„Eine Pauschale, die selbst nach der geplanten Erhöhung weit unter den Preisen am Münchner Markt liegt, verfehlt ihren Zweck. Damit liegt selbst das günstigste Viertel der Münchner Zimmer über der künftigen Pauschale von 440 Euro. Ein Studium in München muss unabhängig vom Geldbeutel der Eltern möglich sein. Dafür muss die Anhebung vorgezogen und regional gestaffelt werden.“
Alexander Schiller, Sprecher des AK Wohnen
Was das im Alltag bedeutet
Eine Studentin (Name ist dem AK bekannt) kann nach eigenen Angaben höchstens 500 Euro Miete zahlen und findet dafür seit Monaten kein anderes Zimmer. Die Miete kostet sie mehr als die Hälfte ihres Einkommens. Sie wohnt in einem Zimmer, in dem sich Schimmel gebildet hat.
„Ich mag mein Zimmer leider nicht, aber ich kann mir nichts anderes leisten. […] Irgendwann gibt man mental auf und nimmt das Angebot, das einen irgendwie noch Lebensmittel kaufen lässt, falls man überhaupt ein bezahlbares Angebot findet.“
Kontakt vermittelt der AK Wohnen auf Anfrage.
Der Fragenkatalog des AK Wohnen
Wir stellen unter Anderem diese Fragen an die Akteuere:
- An den Bund (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und die Koalitionsfraktionen im Bundestag): Wird die Wohnkostenpauschale regional gestaffelt, etwa nach den Mietenstufen des Wohngelds, und wird die Anhebung auf 440 Euro vorgezogen?
- An den Freistaat (Wissenschaftsminister Markus Blume): Wie viele zusätzliche Wohnheimplätze entstehen in München bis 2030, und wird eine Zwischennutzung des Strafjustizzentrums für studentisches Wohnen geprüft?
- An die Stadt (Oberbürgermeister Dominik Krause): Wie viele der geplanten Pilotprojekte der Umbauagentur „Büro zu Wohnen“ sind für Studierende vorgesehen, und zu welcher Miete? Führt die Stadt Gespräche mit dem Freistaat über das Strafjustizzentrum zum studentischen Wohnen?
Die Forderungen des AK Wohnen
1. Der Bund staffelt die BAföG-Wohnkostenpauschale regional und passt sie jährlich an die Mietentwicklung an. Für München fordern wir mindestens 550 Euro, orientiert am untersten Viertel des Marktes.
2. Freistaat und Stadt verankern den Ausbau geförderter Wohnheimplätze mit festem Budget im Haushalt. Auf der Warteliste für ein Wohnheimzimmer in München stehen zum Wintersemester 2026/27 mehr Studierende (9.710), als das Studierendenwerk in München, Freising und Rosenheim zusammen an Plätzen anbieten kann (rund 9.100). Quelle: https://www.studierendenwerk-muenchen-oberbayern.de/news/ informationen/studentenstadt-freimann/
Für Interviews und O-Töne steht der AK Wohnen gern zur Verfügung.
Für den AK Wohnen der Münchner Studierenden
Marwan Abdelaal (Sprecher)
Patricia Leuchtenberger (Sprecherin)
Alexander Schiller (Sprecher)
Kontakt für Presseanfragen
mail@muc.ak-wohnen.de